Neues Buch: Raspberry Pi 400

Tastatur-PC mit vielen Möglichkeiten

Apple hat gerade eine Tastatur mit eingebautem PC zum Patent angemeldet. Eine alternative Frucht stellt so etwas allerdings schon seit einem Jahr zur Verfügung. Für rund 70 Euro. Samt WLAN, Bluetooth und Anschlussmöglichkeiten für zwei 4K-Bildschirme. Und kostenloser Office-Software. Diesen minimalistischen PC finde ich außerordentlich spannend – und habe daher ein Buch darüber geschrieben.

Raspberry Pi wurde heute vor 10 Jahren zu einem Überraschungserfolg. Eine kleine Platine für wenige Euro konnte von Bastlern und Tüftlern für unzählige Projekte eingesetzt werden: Steuerungen für Bewässerungsanalgen, Beobachtungskameras in Vogelhäusern, Regelungen von Lichtanlagen, Auswertung von Wetterdaten usw. usw. In Verbindung mit der mächtigen Programmiersprache Python kommt die Platine auch schon lange an Schulen zum Einsatz, Schulklassen programmieren damit sogar Forschungsprojekte auf der Internationalen Raumstation (Astro Pi).

Hinter dem Raspberry Pi steht eine Stiftung, also kein kommerzieller Konzern wie Microsoft oder Apple. Dass der Raspberry Pi trotzdem eine so große weltweite Entwicklergemeinde versammeln konnte, liegt an dem Engagement der vielen Mitwirkenden. Und dazu passt auch, dass Raspberry Pi sehr früh auf die „Dritte Macht“ unter den Betriebssystemen setzte: Linux.

„Uiuiui …“ werden Sie vielleicht denken. Bastelarbeiten an einer Platine und ein Betriebssystem, das nur was für Nerds ist – nix für mich!

Linux für alle

Ja, bis vor einem Jahr wären diese Überlegungen auch richtig gewesen. Aber mit dem Raspberry Pi 400 ist alles anders geworden. Sie stellen die Tastatur auf Ihren Schreibtisch, schließen noch einen Monitor (oder Fernseher) an, schalten ein – und können sofort Webseiten aufrufen, Musik abspielen, Briefe schreiben, eine Präsentation anfertigen. Und das alles sieht eigentlich ganz ähnlich wie auf Ihrem Windows- oder Mac-Computer aus:

Jede(r) kann mit Linux umgehen!

Drucker, Webcam, Bluetooth-Lautsprecher – alles wird in der Regel sofort erkannt und muss nicht gesondert installiert werden. Sie können damit also gängige Büroarbeiten erledigen. Oder Ihre Kinder erledigen damit Schulaufgaben (ohne auf Ihr beruflich genutztes Notebook zugreifen zu müssen). Oder Sie ermöglichen es Gästen, in Ruhe zu surfen und ihre Korrespondenz damit zu erledigen. Verwendungsmöglichkeiten gibt es zur Genüge.

Aber das ist erst der Anfang. Je nach Geschmack können Sie auch andere Linux-Systeme installieren. Die meisten davon sehen sehr modern aus – Sie können aber ebenso mit einem Klick das Outfit eines Mac-Computers oder jenes von Windows 11 übernehmen.

Twister OS wechselt die Kleider per Tastendruck.

Oder Systeme, die auf spezielle Zwecke wie die Verwaltung von Medieninhalten, z. B. KODI, ausgerichtet sind. Oder Sie erwecken mit „Retro Pie“ alte Computerspiele zum Leben.

Natürlich ist ein Windows-PC für 700 Euro oder ein MacBook für 1.700 Euro im Vergleich zu unserem „70-Euro-PC-für-Minimalisten“ flotter unterwegs. Doch Linux-Systeme sind genügsamer – und im Fall von Raspberry Pi ist das Zusammenspiel von Hard- und Software ideal abgestimmt, so dass es keine Reibungsverluste gibt. Vor einigen Wochen ist zusätzlich die 64-Bit-Version des Betriebssystems veröffentlicht worden, die für einen zusätzlichen Geschwindigkeitsschub sorgt.

Der PC aus der Streichholzschachtel

Unkaputtbar! Hier trifft es zu.

In der Windows- und Mac-Welt stellen Computerfehler ein großes Problem dar. Ob es sich nun um einen fehlerhaften Treiber handelt, man eine unscheinbare Einstellung verstellt hat oder sich durch eine Webseite Schadsoftware eingefangen hat – immer kostet die Fehlersuche Zeit und Nerven.

Unser Raspberry Pi ist zwar sehr robust, aber Fehler können auch hier passieren. Allerdings sind Sie auch im Extremfall innerhalb von 60 Sekunden wieder startklar – denn Sie erhalten durch ein Doppel Ihrer microSD-Karte einen „brandneuen“ Computer. Also: 1. alte Karte entfernen, 2. neue Karte einschieben, 3. alles funktioniert. Nebenbei: Sie können inzwischen statt SD-Karten auch USB-Sticks oder SSD-Medien für den Betrieb verwenden.

Das Buch ist seit dieser Woche im Buchhandel erhältlich. Kann man zwar über Amazon & Co. erledigen, aber der Gang zur örtlichen Buchhandlung wäre meine persönliche Empfehlung. Ansonsten:
1. Print, ePUB und PDF-Version über den mitp-Verlag. Dort gibt es auch ein Bundle: Buch + PDF + EPUB.
2. Print und Kindle: Amazon.
3. Print und ePUB/PDF: Online-Buchhandlungen wie Thalia.
4. Apple-ePUB: In der iOS-iPadOS-MacOS-Apps
5. Google-Digital: Im Google-Playstore

Zum Geburtstag von Raspberry Pi gibt es auch ein Video aus der c’t-Redaktion: „10 Jahre Raspi: Die Raspberry-Pi-Story“.

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