Das Workshop-Mini-Büro, Teil 1

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Smartphone als Ausgangspunkt

Noch immer unterschätzen viele Anwender die Möglichkeiten eines Smartphones. Klar: Webseiten abrufen, WhatsApp, Mail, Google Maps, Fotos, Musk, Wetter-App – gehört alles zum Alltag. Aber eigentlich ist dies erst der Anfang. Mit wenigen Handgriffen und Ergänzungen kann man das Smartphone zu einem vollständigen „Präsentations-Computer“ aufrüsten, der in die Jackentasche passt. Im ersten Teil kümmern wir uns um die notwendige Hardware, in Teil zwei um Software, die für Workshops, Seminartage usw. besonders nützlich ist.

Ausstattung

Im einfachsten Fall steckt man neben seinem Smartphone einen Adapter für den Beamer ein – fertig. Das reicht für das Vorführen von PowerPoint-Folien, Webseiten, Filme, Audio usw. Allerdings ist dann die Vorführung etwas „holprig“, da man immer wieder auf dem kleinen Bildschirm wischen muss. Und schließlich besteht ein Workshop-Tag auch aus Anregungen, Brainstorming-Runden, Feedback usw., das man ja nicht mit der fummeligen On-Screen-Tastatur erfassen kann. Daher sieht meine Empfehlung etwas umfangreicher aus:

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leicht und immer dabei

Neben Smartphone und HDMI-Adapter: Klapp-Tastatur, Smartphone-Halter und Bluetooth-Folien-„Klicker“. Mit diesem Mini-Büro kann man in der Tat auch komplexe Abläufe bewältigen. Das Zubehör lässt sich auch für andere Konfigurationen verwenden, z. B. funktioniert der Klicker, den ich benutze, für iPhone, iPad und MacBook; Tastatur ebenso, Adapter bei iPhone und iPad usw.

Smartphone und Tastatur

Da ich gerade erst ausführlich über Falt-Tastaturen berichtet habe („Tastaturen für die Hosentasche“), erspare ich mir eine Doppelung. Zentral sind für mich zwei Kriterien: wenig Gewicht und gutes Tastatur-Layout, um möglichst flott schreiben zu können. Zum Smartphone muss man eigentlich auch nicht viel sagen, da es keine Besonderheiten aufweisen muss. Noch nicht einmal interner Speicherplatz ist besonders wichtig, wenn man z. B. einen Cloud-Dienst für die Materialien nimmt, eine entsprechend große SD-Karte verwendet oder Filme via Streaming abruft. Eher ist der Akku wichtig: Bei meinem iPhone 7 Plus komme ich auch mit vielen Filmen und Präsentationen ohne Aufladung aus, bei einem Gerät mit kleinerem Akku muss man eventuell an die Stromversorgung denken.

Adapter

Wenn man eine „kabelgebundene“ Präsentation plant, so gibt es die einschlägigen Adapter für Smartphones im Fachhandel. An meiner Uni gibt es nur noch wenige Räume, in denen Beamer via VGA verbunden werden, so dass mir ein HDMI-Adapter genügt. Wenn man die Situation vor Ort nicht kennt, so sollte man zu einem Adapter greifen, der beide Anschlüsse zur Verfügung stellt, sich über ein Sticksystem erweitern lässt – oder man nimmt eben zwei Adapter mit.

Besonders bequem ist es natürlich, wenn vor Ort eine Variante für das WLAN vorhanden ist (oder eingerichtet werden kann). In diesem Fall kann man das Gerät ohne Kabel mit dem Beamer verbinden und ist auch frei, um sich im Raum zu bewegen. Dass man eine solche Lösung sogar mit einem alten Beamer im Klassenzimmer in wenigen Minuten einrichten kann, zeigt ein Video von Jan-Martin Klinge („halbtagsblog“ – sehr empfehlendwerter Blog!).

Für iOS-Geräte wäre noch Apple TV zu nennen, die kleine Box ist ja inzwischen auch preisgünstig zu haben. [1]

Bluetooth-Presenter

Die gängigen Präsentationsklicker funktionieren ja nicht mit mobilen Geräten, da man eine USB-Buchse benötigt. Es gibt aber Modelle, die auf Bluetooth „pur“ setzen und in den Einstellungen vom Smartphone wie jedes andere Bluetooth-Gerät angezeigt werden. Mit ca. 30 Euro bewegt sich der Presenter von Satechi in der Mittelklasse, der bei mir seine Dienste tut. Da mag es aber bessere Modelle geben (Tipps gerne als Kommentar zum Beitrag schreiben).

Standfest

Natürlich gibt es Smartphone-Ständer wie Sand am Meer – aber oft nicht ideal für unser „Westentaschen-Vorhaben“. Also ist eine leichte Bastel-Arbeit angesagt. Das Ergebnis ist dann zwar nicht „super-schick“ – aber erfüllt seinen Zweck. Zwei Möglichkeiten habe ich ausprobiert.

Origami-Halterung

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besonders flach

Ein Stück Papier genügt, um eine Halterung zu erzeugen. Großer Vorteil des Resultats ist, dass man „eingeklappt“ eine sehr flache Variante erhält, die fast keinen Platz beansprucht. „Ausgefahren“ erhält man hingegen zumindest für das Querformat einen sicheren Stand, der bei kleinen/leichten Smartphones auch noch für die aufrechte Variante okay ist. Bei meinem iPhone 7 Plus liegt dann aber der Schwerpunkt zu hoch, also bevorzuge ich eine andere Lösung.

Karton-Halterung

Der Deckel eines Schuhkartons genügt und reicht sogar für eine Ersatz-Halterung. Eigentlich besteht das Ergebnis nur aus einem gefalteten „Hauptstück“ plus Strebe, die die nötige Stabilität verleiht. Anleitung und Print-Vorlage gibt es kostenlos hier. Den Karton kann man für den Taschen-Transport ebenfalls flach falten, sogar an Ausschnitte für Kabel ist gedacht. Sicher, das Teil wird nicht ewig halten, aber die „Produktion“ benötigt ja nur wenige Minuten. Mein iPhone stand bei diesem Model auch aufrecht in einer sicheren Position, so dass damit alle Bedingungen für den Alltag erfüllt sind.

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alles vorhanden

 

[1] Chromecast, Amazon-TV-Stick usw. bieten ebenfalls Möglichkeiten, die ich bisher aber noch nicht für diesen Zweck eingesetzt habe.

2 Replies to “Das Workshop-Mini-Büro, Teil 1”

  1. „Bluetooth-Presenter
    Die gängigen Präsentationsklicker funktionieren ja nicht mit mobilen Geräten, da man eine USB-Buchse benötigt.“
    Android-Smartphones verfügen über einen Anschluss (Micro, Micro Typ C) den man mit einem Adapter für 1 € zum normalen USB-Anschluss Typ A bringt.

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