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Evernote CEO kündigt Videoreihe an
#11

Noch einmal zu meinem Post von wegen Irritation durch die Kulisse:

Ohne Zweifel mag es gute Gründe geben, Videos in einem gesonderten Raum zu drehen und diesen dafür - auch aus marketingtechnischen Gründen - besonders herzurichten.
Dafür habe ich auch durchaus Verständnis und damit kein grundsätzliches Problem. Auch dass der Raum dann einige Zeit lang mehr oder weniger gleich aussieht, wäre damit gut erklärlich.

Was mich bewegt und umtreibt ist aber etwas anderes und sind mehrere Fragen: Was ist das Anliegen hinter dieser Videoreihe? Welche Besorgnisse oder Phänomene waren dafür ausschlaggebend? Was soll die Message sein? Wer soll erreicht und von was überzeugt werden? Wird das konsequent umgesetzt?
All dies führt mich zu der - für uns alle schwer zu beantwortenden - Frage: Wie professionell und zukunftsfähig ist das Team um Evernote (noch?) aufgestellt?

Versteht mich nicht falsch: Ich bin ein Riesenfan des Systems, ein absoluter Verfechter. Dabei ist es mir fast egal, wieviele kleinere technische Probleme und Unstimmigkeiten es gibt. Hauptsache die Kernfunktionen bleiben dauerhaft erhalten und unser aller in Evernote gespeichertes Wissen bleibt so noch möglichst lange erhalten und auf diese Weise nutz- und erweiterbar.
Um so mehr interessiert es mich, ob das Management die Kurve kriegt und die Delle überwindet, in die es mit dem Abgang vieler ehemals zentraler Personen im letzten Jahr geraten ist.

Die Videoreihe zielt - so meine ich - darauf ab, die begeisterte Kernanwenderschar, die jahrelang als Hauptmultiplikator des Wachstums und der Etablierung (im Prinzip fast ohne eigene begleitende Werbung für das Produkt ...) gedient hat, bei der Stange zu halten. Schaut man sich um, so stellt man fest, dass schnell und immer wieder von immer mehr Personen prophetenhaft oder fast schon resümierend das Ende von Evernote berufen wird (siehe z.B. - sehr ausführlich und wenig verheißungsvoll: Ahead of Its Time, Behind the Curve: Why Evernote Failed to Realize Its Potential) und andere Projekte beworben oder gepriesen werden (devonthink, notion, bear, google-keep, onenote usw. usf.).
Vergleiche ich aber Vor- und Nachteile sowie Reife der Systeme und Lösungen im Detail, erschließen sich mir die technischen Argumente für andere Systeme - für meine Bedürfnisse - in der Regel nicht. Für viele neuen und weitere aber dürfte die Versuchung groß sein, "mit der Masse weiterzuziehen" und nicht auf ein (angeblich) "totes Pferd" zu setzen.

Das Setting bzw. die Gestaltung des Videoraums scheint große Kreativität und Flexibilität vermitteln zu wollen. (Der Hintergrund sagt: "Wir arbeiten mit kreativen Werkzeugen, auch mit Post-Its im Team permanent und offen an der Verbesserung des Systems." Aber: müsste dann nicht irgendwie auch etwas mehr Veränderung und hier und da mal etwas Bewegung sichtbar und kenntlich gemacht werden?!?).

Der konsequente Wechsel der Interviewpartner könnte dazu dienen, zu sagen: "Schaut her: Entgegen allen Abgesängen verfügen wir bei Evernote noch immer über viele junge, hochkompetente und kreative Leute, die ständig an der Verbesserung arbeiten, Eure Kritik und Einwände aufgreifen und ständig an den unterschiedlichsten Fronten an der Optimierung arbeiten!"
Aber: Im Rhythmus von 2 Wochen sind nur einzelne Personen zu sehen. Ian Small ist immer da. Die Struktur der Videos ist immer gleich. Ian stellt (zum teil fast rhetorisch-banale) Fragen aus der Sicht des Produkt-Owners im Sinne der Anwender, die Mitarbeiter antworten auf seine Fragen und bestätigen seine Annahmen. Spannender fände ich hier zu sehen, wie viele Personen, in was für Teams arbeiten daran, Evernote für uns alle verfügbar, zeitgemäß und zukunftsfähig zu machen (einzelne Repräsentanten, mit manchmal wenig Esprit, fast unterwürfig, in gestellten Interviews erzeugen da bei mir noch nicht viel Vertrauen...).
Und wie steht es um das Management? Ist da nur noch Ian Small, kümmert der sich um alles? Was ist mit den verlorenen Personen und bzw. seit August 2018 neu zu besetzende/besetzten Stellen für "CTO", "CFO", "CPO" und "HR head"?!?

Adressaten sind eigentlich "wir" also die Poweruser, die Evernote intensiv selbst bewerben und verbreiten. Als solcher mag es mir schmeicheln, mich aufgrund solcher Videos als Insider zu fühlen und ernst genommen zu werden. Aber ganz ehrlich: So viel neues un Grundlegendes ist das noch nicht. Eigentlich würde es mir auch reichen, wenn das alles, möglichst bald und in einem Stück - wie bei anderen wichtigen Apps - im Rahmen eines nächsten Updates einer neuen größeren Version käme. Am Ende bin ich nur User. Ich will, dass es funktioniert, dass wichtge kritik ernst genommen wird und dass die Kollegen ihren Job (möglichst gut) machen. Von mir aus sollen sie dafür und dabei dann auch gut verdienen. Und manch eine Kleinigkeit oder (rückblickend abwegige) Erwägung, die bei dem einen oder anderen feature diskutiert wird, muss oder möchte ich lieber nicht wissen...

Vielleicht sehe ich zu schwarz und bin beruflich so "deformiert" (weil ich zu lange zu viel Einblick in schlecht laufende Abläufe, strategische Fehl-Entscheidungen, falsche Versprechungen, Insolvenzen, Mängel und Rechtsstreitigkeiten zu Großbaumaßnahmen hineinschauen musste...). Und ich würde mir alles anders wünschen und nur zu gern vertrauen dürfen. Ganz sicher werde ich auch ausharren und abwarten (auch weil ich für meine zwecke nichts besseres finden kann!)
Zugleich aber will ich nicht verpassen, mir rechtzeitig Gedanken über "Plan B" zu machen...

ach ja, dann gab es auch noch dieses Hintergrund-Video zu...
Behind the Scenes: An Interview with Evernote CEO Ian Small
(auch das driftet schnell in spezifische technische Fragen ab...)

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#12

Die Serie sieht für mich so aus, als wolle man die User, die Evernote immer noch nutzen, versuchen bei Laune zu halten.

Für mich ist Evernote nach wie vor ein geniales Tool. Und ich würde sehr gerne damit arbeiten, hätte ich nicht vor ein paar Monaten derart Probleme mit der Synchronisierung gehabt. Die bekannten Tricks halfen nichts, auch der Support hat sich sichtlich bemüht. Also habe ich Anfang Jahr mein Premium-Abo nicht mehr erneuert und beobachte nun, was da noch kommt.

Ich bin gerne bereit, etwas zu bezahlen - aber es muss dann schon funktionieren. 
Bei meinen Recherchen habe ich bis jetzt auch nichts gefunden, was an Evernote rankommt - auch wenn es noch so viele Projekte behaupten.
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#13

Ich hatte ja (via Berliner Agentur) Evernote vor einigen Monaten empfohlen, in kürzeren Abständen neue/verbesserte Funktionen zu veröffentlichen, damit genau jener Eindruck, den @HenningBo geschilder hat, _nicht_ ensteht. Das Headquater blieb aber bei seiner Einstellung, lieber "auf einen Schlag" ein verbessertes Evernote später im Jahr zu veröffentlichen.
Mein Eindruck von den Videos: Ja, sie machen sich viele Gedanken, was man "unter der Haube" ändern muss, damit der tägliche Workflow besser läuft und einfacher Neuerungen auf allen Plattformen realisiert werden können (z. B. die Verbesserungen am Editor). Das hat seine Vor- und Nachteile. Vorteile für die meisten Stammuser: Wir arbeiten schon jetzt recht gerne und flott mit Evernote, weitere Verbesserungen begrüßen wir, einige Dinge sind uns wichtig (mir z. B. mehr Strukturierungsmöglichkeiten für den Editor, PDF-Anhänge wieder direkt aus Evernote "ziehen" können, bessere Backup-Möglichkeiten usw.), es muss aber nicht unbedingt etwas super-duper-Neues kommen. Nachteil aus der Sicht von jenen, die größere Innovationen erwarten: Die werden nicht so bald kommen.

Was Gedanken an einen Plan "B" angeht, so wäre meine Anregung (jedenfalls bei einem größeren Datenbestand):
  1. das pure Dokumentenmanagement für den Archivbereich jenseits von Tools in eine Ordner-Dateinamen-Struktur zu überführen (zusammen mit ein paar Mini-Tools gelingen Dinge wie Suche, Anzeige usw. ähnlich gut und man bleibt unabhängig) und
  2. den Schwerpunkt von Evernote auf das rasche Aufnehmen von neuen Informationen, das Verarbeiten von Informationen, das Bündeln für Projekte usw. zu legen.Wenn man dann noch mag, kann man einen dritten Schritt vornehmen:
  3. Markdown-Texte plus Fotos. Das lässt sich auch in einer (Cloud-)Dateiverzeichnis-Struktur unterbringen, mit der man sehr unabhängig von Software bleibt.
Bei 1. und 2. wird es zwar einige Überschneidungen/Doppelungen geben, das sollte aber nicht besonders störend sein. Wenn man sich dann irgendwann mal ganz von Evernote trennen möchte, hat man es nur mit Punkt 2 zu tun. Da die Software lauffähig bleibt und Export-Funktionen zur Verfügung stellt, kann man sich dann ganz in Ruhe nach einem neuen Vorgehen umsehen ...
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#14

Es gibt ein weiteres Video in dieser Reihe, wohl vom 13.08.2019, mit dem Titel "Help Shape the Future of Evernote", das sich mit dem Wert von Beta-Testing und auch einem Aufruf, daran teilzunehmen befasst:


Dazu gibt es im englischen Forum zudem bereits eine Diskussion, insbesondere zu der Frage, ob - auf dem Desktop - beim Testen zwischen ggf. noch unvollständiger oder fehlerhafter Betaversion und der Produktivversion hin- und hergeschaltet werden kann und ob auf dieselben (Offline-) Daten zugegriffen wird.
Siehe dazu: https://discussion.evernote.com/topic/12...-evernote/

Hierzu gibt es auch folgende Stellungnahme von Ian Small selbst beim Post https://discussion.evernote.com/topic/12...ent=544665, aus der mittelbar auch die Zielstellungen und Planungen für die aktuell verfolgten Schwerpunkte hervorgehen:

Zitat:Shortest response to all speculation above:  we have been investing for the last several months in replacing the plumbing in client apps, including in the modern web experience.  When we are done (we aren't, yet) this will mean a common codebase shared across all the clients for cloud-client functionality such as sync, which should help us both isolate and stamp out bugs as well as driving more consistent behaviour across any user's Evernote experience that spans multiple devices.  None of the previews put out to date incorporate any of this work, which is foundational to implementing the local data store for desktop and mobile clients that we all know and love.  We plan to shoot a Behind the Scenes video that talks about the new plumbing, but the architect we need for that is ... ahem ... busy right now, or else you would have seen it before this one!
Side by side installations on desktop machines of the beta and of a current production release will have distinct local data stores; you will be able to use both at the same time (I do that, right now).
Back to lurking
ian


(In dem Forum wirkt übrigens auch ein PinkElephant mit ... Wink)
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