Diese Notiz löschen
Hinweis zur Löschung inaktiver Anmeldungen: *klick*

Diese Notiz löschen
Keine Bestätigungsmail für die Registrierung erhalten? *klick*


Frage:  Ernsthaft geplanter Abschied von Evernote?
#11

Klasse! Soviel sachliche und inhaltlich interessante Antworten sind eine echte Freude. 

Vieles von dem hier gesagten kann ich unterstreichen. Manches geschriebene hat mich geradezu erschrocken. Aber auch ich, falls es interessiert, plane nicht ernsthaft Evernote zu verlassen. Für mich sind die lokale ENEX-Datenbank, die Tags, die Suchgrammatik und auch die Unterstützung durch viele fremde Dienste und Anwendung Killerargumente. Und das waren jetzt nur die, die mir spontan eingefallen sind. 

Ich denke Evernote wird auf Dauer überleben, nur vermute ich, wird es mal einen anderen Eigentümer geben. Aber wenn da Geld rein kommt, wird es uns vermutlich sogar recht sein. 

Gruß 
Volker
Zitieren
#12

Evernote ist bei mir das erste, was ich einschalte und das letzte, was ich abschalte. Im Büro haben wir zwei Business Accounts. Ich empfehle auch Kunden Evernote zu nutzen und arbeite mit ihnen hierüber zusammen. Es ist für mich auch so völlg abwegig, Evernote zu verlassen.
Zitieren
#13

In allen Supportforen dieser Welt dominieren natürlich die Beiträge von Leuten, die Probleme mit einem Produkt haben - dafür sind Support-Foren ja auch da :-) Wer schreibt denn schon einen Beitrag wie "Also ich habe jetzt die FritzBox, läuft. Das wollte ich nur mal eben sagen ..."

Natürlich kann es sein, dass Evernote nicht "passt". Wenn man viel mit Office-Dokumenten macht, per Einfügen und Kopieren das Layout erhalten haben möchte, sich die Berechnungsfunktionen von Excel wünscht usw. - da ist man wahrscheinlich deutlich besser bei einem Microsoft-Produkt aufgehoben - das ist doch völlig okay.

Bei mir sieht es völlig anders aus: Ein bisschen mehr würde ich mir im Evernote-Editor zwar auch wünschen, aber in meinem Alltag spielen Office-Produkte eine untergeordnete Rolle. Ich muss große Textmengen auf eine rasche und umkomplizierte Weise strukturiert erzeugen, daher muss mein Notizenprodukt in irgendeiner Weise mit Markdown umgehen oder dieses zumindest ordentlich importieren können. Das klappt bei Evernote super-gut, bei MS-Produkten halt nicht (oder nur mit viel Gefummel).

Weiterhin ist mir wichtig, dass jede Teilinformation durch einen Link in jedem anderen Programm aufgerufen werden kann, damit ich keine Doppeleingaben haben. Ich will Infos in meinem Google-Kalender per Klick aufrufen können, in eine PDF einfügen können, in ... usw. usw. Und genau das soll auf dem Desktop und mobil nahtlos und superflink funktionieren. Und es funktioniert mit Evernote tadellos seit vielen Jahren, obwohl ich schon auf mein 18.000-Dokumenten-Archiv umsortiert habe. Wenn ich vor 8 Jahren in einem beliebigen Dokument oder in einer beliebigen App einen Evernote-Notizen-Link eingefügt habe (z. B. "ausführliche Einzelheiten siehe EN-Notiz") und diesen heute anklicke, habe ich im Bruchteil einer Sekunde die damlige Information zur Hand - am Desktop und mobil.

Weiterhin ist für mich wichtig, dass die Suchfunktion auch "Unschärfen" erkennt, da ich öfter alte Dokumente einscanne. Bei aktueller Briefpost schenken sich alle Programme nix, da sind sie alle flott. Aber - jedenfalls soweit ich weiß - ist Evernote das einzige Programm, das erkannten Begriffen mehrere Abweichungen zuordnet und damit die Trefferquote enorm verbessert.

Das sind halt _meine_ Bedürfnisse - und dafür (und noch aus vielen anderen Gründen) passt Evernote wirklich gut.

Ob es nun ein Langzeit-Archivierungstool ist ... klar, da gibt es robustere Architekturen: Devonthink müsste hier recht gut sein aber auch viele Firmen-Dokumenten-Management-Systeme, sofern sie die Dateien relativ unangetastet lassen. Aber für "Archiv-pur" (also Steuerunterlagen usw.) fahre ich ohnehin die robusteste Struktur, die seit Jahrzehnten funktioniert und mit fast absoluter Sicherheit noch lange funktionieren wird: Ordnersystem plus Dateinamen plus ein Set aus Such- und Automatisierungstools (einzelne Tools können zwar auch mal vom Markt verschwinden, aber es gibt zu jedem Tool genügend Alternativen). Dieses Verfahren erreicht inzwischen sogar bei der Content-Suche auf einer SSD (und wenn man nicht zur lahmen Windows-Inhalts-Indexierung greift) eine Tastendruck-Geschwindigkeit, die mit Evernote gleich gezogen hat. Dazu habe ich alle Ergebnisfenster so angepasst, dass ich den Inhalt auch sofort sehen kann. Das in Kombination mit einer durchdachten Cloud-Struktur funktioniert für mich tadellos. Aber die Grenzen sind auch klar: Ich kann halt nicht "einfach mal eben" was dazu schreiben oder Bild-Text-Datei kombinieren (ja, gibt Wege wie ZIP oder PDF - aber das ist sofort umständlich). Bei allen Prozess-Archiven hat daher Evernote weit die Nase vorne.

Bleibt noch die Frage, ob es technische Probleme gibt. Ich arbeite seit Jahren permanent mit 2 Windows-Rechnern (1 x Büro, 1 x zu Hause), iPhone (seit Version 4), iPad (seit der 1. Version), seit knapp zwei Jahren zusätzlich mit einem MacBook Pro und - aber das nur ganz nebenbei - mit einem Billig-Android-Smartphone. Meine Erfahrungen sind, obwohl ich fast überall die Beta-Versionen einsetze, wirklich gut:
- bei alten Büro-Windows-PC: erster Start am Morgen nervt, da dauert der Sync deutlich länger als bei anderen Cloud-Lösungen, hat auch keine SSD - aber danach: recht flott mit allen 18.000 Notizen/Dokumenten bis auf Kleinigkeiten (z. B. startet die erste Suche während einer Sitzung nicht immer auf Fingertipp)
- mittelalter PC zu Hause, vor 2 Jahren mal eine SSD eingebaut: sehr flink, immer alles gleich da
- iPhone und iPad: flink aus meiner Sicht, ohne dass ich oft Offline-Notizbücher benutzten müsste
- Android: Wenn ich es benutze, dann scheint mir eigentlich auch alles schnell und problemlos zu funktionieren

Support kontaktiere ich vielleicht 1 x alle 3 Monate. Erfahrung hier: Früher besser und schneller, jetzt Ticket-Beantwortung zwischen 3 und 5 Tage (was ich zu lange finde), aber engl. Chat fast immer nach einigen Minuten. Damit kann ich dann leben.

Aber jeder hat einen anderen Alltag, andere Gegebenheiten (ländliche Gegend, geringe Bandbreiten, besondere Computer-Konfiguration), andere Arbeitsaufgaben. Ich habe etliche Kollegen, die gerne mit OneNote arbeiten und dort ihre gesamten Dokumentationen wunderbar ordentlich unterbringen. Bewundere ich, finde ich toll - ich selbst würde aber verrückt werden, wenn ich damit all die Aufgaben erledigen müsste, die anfallen. Ich will nicht viel Zeit mit Pflege verbringen, ich will viel automatisieren und anpassen können - und dann schwupp wieder was anderes machen :-)
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste