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Neue Evernote-Versionen (10.#) - Übergreifendes und Allgemeines - Druckversion

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Neue Evernote-Versionen (10.#) - Übergreifendes und Allgemeines - Henning - 09.11.2020

Hallo Allerseits,
 
mittlerweile sind die neuen 10er Versionen von Evernote für Apple-Mac und Windows seit ca. 5 Wochen und iOS, also iPads und iPhones, seit ca. 8 Wochen veröffentlicht. Dazu gibt es - soweit ich das bisher sehe - noch keine deutschsprachige Übersicht und Diskussion zum Stand und zur weiteren Entwicklung. Zwar haben wir dazu zwar schon ein paar Threads in diesem Forum (siehe … und …), aber noch keine zusammenfassende oder themenübergreifende Übersicht.
 
Deswegen will ich dies hier und in ein paar gleich miteröffneten weiteren Themen bzw. Diskussionen - möglichst organisiert und gut aufgeräumt - anschieben.
 
Ich schlage vor, wir tauschen uns dazu bei Interesse in zu folgenden gesonderten Forumsthemen aus (demnächst hier auch verlinkt...):
 
  1.  Neue Evernote-Versionen (10.#) - Übergreifendes und Allgemeines - übergreifende, plattformunabhängige Aspekte und Themen (das wäre dieses Forumsthema)

  2. Evernote-APP, Version 10.# für iOS (iPad und iPhones):
    siehe https://digital-cleaning.de/forum/showthread.php?tid=15197 / Neue Evernote Version 10.0 for ipad und iphone seit heute verfügbar..

  3. Evernote-APP, Version 10.# für Windows
    Link und Thema folgen...

  4. Evernote-APP, Version 10.# für Mac
    Link und Thema folgen...
    und

  5. Evernote-APP, Version 10.# ANDROID
    Link und Thema folgen...

Für alle 5 Themen will ich - wie in diesem Beitrag - den ggf. schrittweise aktualisierten - Stand zusammenfassen, wie er sich mir auch aus der intensiven Beobachtung des Evernote-eigenen User-Forums unter https://discussion.evernote.com/ ergibt.
Schon seit Sommer hatte ich mich dort eingeklinkt, weil ich damit rechnete, dass es bald eine neue Version geben würde und mir erhoffte, dort frühzeitig erste Informationen zu finden, auch um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Schon davor hatte ich an den Preview-Tests von Evernote für die neue Windows-Version teilnehmen können. Wegen der Langsamkeit, der ähnlich der Web-Version reduzierten Oberfläche der und in dieser Vorversion nur stark eingeschränkter Funktionalitäten war ich wenig begeistert und zudem auch skeptisch geworden.
 


 
Release- und Roll-Out Abläufe für die 10er Versionen - bisher…
 
Version 10 der Evernote-APP für iOS
 
Mehr oder minder unentdeckt wurde als erstes die neue Evernote-APP, Version 10.0 für iOS (iPad und iPhones) am 16. September 2020 veröffentlicht. Auch wenn Evernote eine passende Werbekampagne startete und dieses Ereignis groß feierte, erfolgte der Roll-Out über den Apple-App Store - zunächst etwas überraschend - nicht wie gewöhnlich per automatischer Aktualisierung. Stattdessen musste jeder Interessent die Aktualisierung von Hand auslösen und starten.
 
Wer diesen Schritt vollzog, wurde nicht nur mit einer vollständig neuen App-Oberfläche mit einem neuen - durchaus verbesserten Editor - begrüßt, sondern musste bald auch feststellen, dass die App vieles nicht mehr konnte, was vorher ging, dass es offensichtlich noch Fehler gab, die z.B. zu vielen Duplikaten von Notizen bei laufender Bearbeitung führen konnten, dass es Sync-Konflikte gab, Offline-Notizbücher nicht verlässlich funktionierten und die App wesentlich mehr Speicher und Batterieleistung benötigte. Des Weiteren fehlten Sortiermöglichkeiten für Suchergebnisse und auch das Clipping funktionierte seitdem nicht mehr wie gewohnt.
 
Weiter mussten alle, die mit diesen Änderungen meinten nicht leben zu können, feststellen, dass es kein Zurück gibt und gab: Wer auf die aktuelle Evernote-APP, Version 10.x für iOS (iPad und iPhones) wechselt, kann seine alte Evernote-App nicht wieder reinstallieren. Dies soll - so Aussage von Evernote - auf entsprechende Beschränkungen im Apple-App-Store zurückzuführen sein.
 
Beides - die offensichtlich auch für Evernote selbst erkennbaren Lücken und Fehler der neuen 10er Version ebenso wie auch die fehlende Möglichkeit, zur Vorversion zurückzukehren, dürfte der Grund sein, warum Evernote nicht den Weg der sonst normalen automatischen Aktualisierung der App gegangen ist, sondern die App stattdessen nur auf Einzelanforderung aktualisiert hat.
 
Ich selbst habe bisher nur hier für mein iPad und auch nur nach etwas Zögern, Lesen der ersten und verheerenden Kritiken und der Überlegung, ob und wie ich Evernote zur Not auch nur woanders nutzen kann, auf die neue 10er Version umgestellt. en Schritt habe ich auch schon am 17.09. vollzogen und seitdem mit anderen im Evernote-Forum gebannt verfolgt, ob und was dazu wann wie nachgebessert oder erklärt wird.
 
Bei allem öffentlichen Schweigen zu Lücken und Schwächen der neuen Version scheint Evernote redlich bemüht zu sein, die neuer 10er Version für iOS zügig soweit wie möglich nachzubessern. Bis heute (07.11.2020) gab es bereits 5 neue, anfangs fast wöchentliche Releases und Patches, mit denen zumindest an den am ehesten störende Fehlern gearbeitet wurde. Inzwischen liegt die App seit dem 29.10. in der Version 10.1 vor und ist weitgehend stabil und brauchbar, allerdings immer noch langsamer, hier und da etwas kompliziert. Manche Funktionen fehlen noch immer (und vermutlich auch noch länger) und manche Nutzer berichten, dass die APP bei intensiverer Nutzung schnell große Teile der Batterielaufzeit verschlingt.
 
Version 10 der Evernote-APP für Mac und Windows
 
Nur 3 Wochen nach dem Release der neuen Version für iOS veröffentlichte Evernote - erneut mit viel TamTam und Werbung - am 07. Oktober 2020 die neuen 10er Versionen für Mac und für Windows. Diese beiden bis dato grundverschiedenen Versionen für die lokale Installation auf Apple- und Windows-Betriebssystemen und Rechnern scheinen sich äußerlich stark zu ähneln, wenn nicht gar vollständig identisch zu sein.
 
Ebenso wie bei der neuen iOS Version fehlen aber auch hier jeweils zahlreiche Funktionen und Details, die Bestandteil der früheren Version waren und ggf. von vielen Usern für die unterschiedlichsten Zwecke und in unterschiedlicher Intensität genutzt wurden. Mit der veränderten Oberfläche, die weitgehend identisch mit der aktuellen Webversion ist, hat sich zugleich auch die Benutzerschnittstelle gravierend verändert. Dies schließt mit ein, dass viele Shortcuts für die Schnellzugriffe mit der Tastatur geändert oder - zumindest vorläufig - weggefallen sind. Zudem wiesen auch diese ersten 10er Versionen für Mac und für Windows zahlreiche zumindest kleinere Fehler auf.
 
Auch hier ist Evernote offensichtlich um Nachbesserung und (bislang vorzugsweise nur) Fehlerbehebung bemüht. Beide Versionen wurden mehrmals im Gleichklang aktualisiert. Die letzte aktuelle Version stammt (Stand 07.11.2020) vom 28.10.2020 und ist die Version 10.2.4, build 1949.
 
Wie bei der iOS-Version erfolgt die Installation auch hier - vermutlich aus denselben Gründen - nicht als automatische Aktualisierung, sondern muss von Hand geladen und gestartet werden. Die neue 10er-Version installiert sich dann über die aktuelle alte Version und überschreibt diese. Anders als bei der iOS-Version besteht bei den Versionen für Mac und für Windows aber zumindest die Möglichkeit zum alten Evernote in Form eine sog. “Legacy-Version” zurückzukehren bzw. diese zusätzlich parallel zu installieren. (Das soll eine vollständig funktionsfähige 32-Bit-Version sein, die lediglich über ein graues, statt grünes Evernote-Icon verfügt).
 
Die Standard-Empfehlung der erfahrensten und beratungsaktiven User im Evernote-eigenen User-Forum für alle Mac- oder Windows-User, die mit der Version 10 nicht zufrieden sind oder als potenzielle Power-User sensible Workflows und Ansprüche haben, ist, bei der aktuelle/alten (“legacy-”) Version zu bleiben und noch ein paar weitere Updates durch Evernote abzuwarten und zu prüfen, bevor sie auf die neue Version wechseln (oder sich Alternativen zu Evernote suchen).
 
Version 10 der Evernote-Web-Version
 
Halbwegs parallel zu den Releases für iOS sowie Mac und Windows hat Evernote auch die Versionsnummer der bereits vor Monaten aktualisierten neuen Web-Version mit einem Versionssprung auf die Version V.10.0.0 hochgezählt.
 
Auch hier gab es inzwischen weitere Updates und Aktualisierungen. Stand heute (07.11.2020) datiert die aktuellste Version von Evernote for Web, die Version V.10.3.1, vom 02.11.2020.
 
Größte Neuerungen sind hier - neben Fehlerbehebungen - neue Möglichkeiten zum Annotieren von Bildern und PDF im Browser. Außerdem soll die aktuelle Webversion, die beim Starten zum Initialisieren einer scheinbar komplexen Webanwendung viel Zeit für das Laden braucht, inzwischen (etwas) schneller starten.
 
Version 10 für ANDROID ?!?
 
Eine Version 10 der Evernote-App für ANDROID wurde bislang noch nicht veröffentlicht, dürfte aber schon länger weitgehend genauso (un-) “fertig” wie die anderen Versionen. Zumindest basieren die Screenshots mit denen im Google Play-Store für Evernote geworben wird, schon seit Wochen offensichtlich auf der Oberfläche, die mit der Version 10 von Evernote flächendeckend eingeführt wird.
 
Wann mit einer Veröffentlichung zu rechnen ist, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Die Probleme zu den anderen Versionen dürften die Entwickler und den Support derzeit ohnehin weitgehend auslasten. Bei einem vorzeitigen Roll-Out auch der Android-App, dürften die Arbeitslast noch einmal riesig zunehmen. Gerade bei ANDROID-Geräten könnte noch erschwerend hinzukommen, dass hier die mobilen Endgeräte wahrscheinlich im Durchschnitt technisch nicht so aktuell, leistungskräftig und hochwertig ausgestattet sind wie iPad und iPhones. Etwaige Probleme mit der Leistung, mit Speicher - und Batterieverbrauch könnten hier noch weit mehr ins Gewicht fallen.
 


ausufernde und immer unübersichtlicher werdende Diskussionen und Kritik im Evernote-eigenen User-Forum
 
Seit der Veröffentlichung der neuen Versionen läuft das Evernote-eigenen User-Forum über.
 
Nachdem sich zunächst nur der länger aktive “harte Kern” wenig begeistert austauschte, Fehler meldete und - zum Teil nur vorläufig - weggefallene Funktionen beanstandet hatte, melden sich inzwischen immer neue User m Forum an und eröffnen ständig neue Forumsthemen, um ganz überwiegend dieselben Dinge und Punkte anzusprechen und ihre Entrüstung und ihr Unverständnis kundzutun.
 
Viele ganz offensichtlich langjährig zahlende Premium-Nutzer diskutieren im Forum inzwischen vermehrt und allentorten - und genauso divers -, ob und zu welchen Alternativen zu Evernote sie aus welchen Gründen wechseln wollen.
 
Die Diskussion ist dort so unübersichtlich geworden und von unsachlichem “bashing” geprägt, dass ich inzwischen kaum noch Gefallen daran finden kann. Aus den gleichen Gründen kann ich mir auch noch vorstellen, dass dort (nur) gelegentlich hineinschauende Evernote-Mitarbeiter aus den Diskussionen viele wichtige Erkenntnis mitnehmen, außer dass viele User unzufrieden sind, dass die meisten User jedoch höchst unterschiedliche Dinge vermissen und dass keine Einigkeit besteht, was wirklich für alle fehlt oder wieder neu implementiert werden sollte.
 

Öffentlichkeitsarbeit und Einlassungen von Evernote
 
Dies ist ein eher trauriges und fast schon beschämendes Thema.
 
Evernote selbst hat seine neuen Versionen zumindest öffentlich als großen Erfolg gefeiert und als deutlich verbessert beworben. Alle oben und hier erst einmal nur angerissenen Lücken und Probleme, die auch Evernote bereits aus den vorangegangenen Beta-Tests ganz sicher bekannt und bewusst waren, wurden dabei eher verschwiegen und durch die Werbung für neue User überdeckt. Nur am Rande auf der eigenen Homepage und auch nur erstmals bei den Veröffentlichungen der Mac und der Windowsversion waren etwas verschämt im Text versteckt Hinweise auf noch nicht implementierte und auf weggefallene Funktionen zu finden.
 
Wertschätzung für die eigene Kundschaft und gelungenes Changemanagement sieht anders aus!
 
Auch nach der Veröffentlichung gab es bislang soweit erkennbar keine direkten Erklärungen des Managements an die Userschaft bzw. die Kunden, warum das Unternehmen so vorgeht und welche Funktionen - grob -. bis wann zu erwarten sind.
 
Statt mit der eigenen Kundschaft hat der CEO Ian Small jedoch mit mehreren einschlägig bekannten YouTubern und Technik-Influencern Interviews geführt und sich dort (nur deren) Fragen zur aktuellen Version und der Zukunft von Evernote gestellt. Bei diesen Interviews schienen sich die Gesprächspartner von Ian Small aus meiner Sicht sehr höflich und dankbar und fast schon ehrfurchtsvoll zu verhalten. Jedenfalls hielten sie sich mit (besonders) kritischen Fragen an Ian Small zurück und waren scheinbar dankbar und stolz, ihrer Zuhörerschaft exklusive Vorabeinblicke von Ian Small gewähren zu können.
 
Diese Art von “embedded journalism” dürften seitens Ian Small vermutlich eher dazu gedacht gewesen sein, den Stier und die größten Kritiker “bei den Hörnern” zu packen (hat einer die letzten Evernote-Zerrisse von Francesco die Alessio gesehen?), Evernote im Wettbewerb mit den Newcomern (hier insb. Notion und Roam) zurückzumelden, auf die Zukunft neugierig zu machen und neue zahlende Mitglieder in der Productivity-Szene zu gewinnen.
 
Zwar ging Ian Small hier vereinzelt (im Interview mit …) auch auf Probleme mit den aktuellen Versionen ein. Er relativierte dies aber, mit der (kaum hinterfragten) Behauptung, ein Großteil der von den sog. Power-Usern als fehlend beanstandeten Funktionen werde nur von 2% der User genutzt und sei deswegen - zumindest bislang - noch nicht prioritär bei der Neuentwicklung von Evernote gewesen. Außerdem habe sich auch in den Betatests gezeigt, dass viele nur wenige Funktionen, angeblich " nur 5% von Evernote" nutzen würden, leider allerdings meist “jeweils andere 5% von Evernote”.
 
Für die, die dies vertiefen und Ian Small selbst hören wollen, habe ich hier folgende YouTube-Links zu einzelnen aktuelleren Interviews mit dem Evernote-CEO Ian Small:
 
Die beiden ersten Interviews erschienen im Zusammenhang mit der Erst-Veröffentlichung der 10er Version für iOS, also ipads und iphones. Die beiden jüngeren und letzteren Interviews gab Ian Small mehr oder minder zeitgleich mit der nachlaufenden Veröffentlichung der Desktop-Versionen für Apple-Macs und Windows-PCs.
 
Auch im Evernote-Forum waren zunächst nur wenige Evernote-Mitarbeiter gelegentlich beteiligt, hinterfragten User-Erfahrungen und kündigten - vereinzelt - Besserung an. Nachdem hier lange und intensiv und zunehmen lautstark das Fehlen von Release-Notes und weiterführend Infos dazu beanstandet worden war, was denn - hoffentlich - mit welchem Patch endlich an Problemen behoben wurde, hat sich die Situation inzwischen etwas verbessert:
Inzwischen geben zumindest die Mitarbeiter von Ian Small im Forum zunehmend - und trotz aller Kritik und allen bashings stets höflich und geduldig - mehr Infos zu Fehlerbehebung, zu neueren Versionen und Release-Notes bekannt.
Wie gefordert gibt es seit kurzem erstmals echte Release-Notes auf der Homepage von Evernote und auch die App-Infos im Apple-iOS-Store bestehen nicht mehr nur aus Werbung, sondern teilen bei Updates inzwischen mit, welche Fehler behoben wurden und welche Funktionen hinzugefügt wurden.

 
Wichtigste und vermutlich einzige positive Verlautbarung von Evernote und Ian Small in seinen oben angegebenen Interviews war, dass die wiederholte Ankündigung, dass Evernote mit den aktuellen und angenäherten, standardisierten Versionen hofft und davon ausgeht, in Kürze in fast monatlichem Rhythmus grundlegend neue und für viele wertvolle Funktionen ausrollen zu können, die im Zuge der Neuentwicklung zeitgleich mit angegangen und vorbereitet wurden.
Das sollen in einem halben Jahr mehr an Neuerungen sein, als in den vergangenen letzten 10 Jahren zusammen.

 
Was hier tatsächlich wann an neuen und für Evernote-Anwender wertvollen Funktionen kommt, bleibt mit Spannung abzuwarten.
 

Grundlegende Neuentwicklung für das neue Evernote ab der Version 10 - Hintergründe und Details
 
Die meisten, die hier im Forum aktiv sind, haben die Entwicklung schon länger verfolgt und wissen, was hier bei Evernote seit ca. 18 Monaten warum anstand.
 
Wie vielleicht bekannt hat Evernote kurz nach der Installation von Ian Small als CEO im Oktober 2018 bereits etwa im Frühjahr 2019 beschlossen, alle seine bis dahin hochgradig verschiedenen Versionen für iOS, Mac, Windows und Web von Grund auf neu zu entwickeln und plattformübergreifend ähnlicher zu machen und zu standardisieren.
Grund hierfür war, dass sich im Verlauf der Jahre im Prinzip jede Evernote-Version zu einem fast vollständig eigenen System entwickelt hatte, dass die Versionen unterschiedlich funktionierten, ihren eigenen Code hatten und intensiv an die jeweilige Umgebung angepasst waren. Dies soll es Evernote nach eigenem Bekunden - zumindest wirtschaftlich - schwer bis unmöglich gemacht haben, “das System” zu erneuern, zu pflegen und grundlegend weiter zu entwickeln. Zugleich waren auch die Datenbanken und Speichersystem auf den Servern an ihre Grenzen gelangt.

 
Ziel sollte ein neues Evernote mit wesentlich verbessertem Editor sein, das mit einer modernisierten und einheitlichen Codebasis deutlich schneller und einfacher plattformübergreifend gepflegt und erweitert werden könnte.
 
Als bündelnde neue Code-Plattform für alle Installationen wurde “ELECTRON”, ehemals firmierend unter ehemals “Atom Shell” ausgewählt. Dabei handelt es sich gem. Wikipedia um ein von GitHub entwickeltes, quelloffenes Framework, das die Ausführung von Cross-Plattform-Desktop-Anwendungen mithilfe des Webbrowsers Chromium und des Node.js- Frameworks ermöglicht (siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Electron_(Framework)#:~:text=Electron (ehemals Atom Shell) ist,Webbrowsers Chromium und des Node). Electron-Anwendungen können damit plattformübergreifend mit Javascript programmiert werden. Zudem können sie plattformübergreifend mit einer browserähnlichen Benutzerschnittstelle auf Basis der Chrome-Abwandlung Chromium bereitgestellt und genutzt werden kann.
 
Die Umstellung der Codebasis von Evernote auf dieses Electron-Framework ist seit längerem Streit- und Angelpunkt vieler kritischer und heftiger Diskussionen vor und nach der Einführung der neuen 10er Versionen. Ein Teil der besonders kritischen Userschaft meint, dass Electron-Anwendungen aufgrund ihres ohne Nutzung von Systemroutinen “aufsetzenden” Charakter grundsätzlich ungleich langsamer und ineffizienter sind und sein müssen als sogenannte “native” Programmierungen und Entwicklungen, die systemeigene Funktionen und Schnittstellen von iOS-, Mac-OS, oder Windows nutzen. Andere verweisen darauf, dass der Cross-Plattform-Ansatz von Evernote anders als z. B. mit Electron kaum sinnvoll und wirtschaftlich umzusetzen ist und dass es auch positive Beispiele für Apps und Anwendungen gibt, die auf Electron beruhen. (Bekannte Electron-Lösungs IST neben Microsoft Teams, dem Messenger SIGNAL und SKYPE unter anderem auch das von vielen als vermeintlich bessere und effizientere Alternative zu Evernote beworbene NOTION).



"Fehlende" Funktionen und Fehler bzw. Probleme mit den 10er Versionen - hier nur grob angerissen

Da Evernote auf Basis des Electron-Frameworks wie ausgeführt von Grund auf neu programmiert wurde und wird, handelt es sich bei den 10er Versionen - die auch namensmäßig meist mit einem Versionssprung über mehrere Versionen herkommen, nicht um ein einfaches Update, sondern um vollständig neue Lösungen.

Weil weiter sämtliche Funktionen im Electron-Framework neu - wenn auch vereinfachend plattformübergreifend weitestgehend identisch - zu programmieren waren und sind, steht und stand wohl jede einzelne uns es noch so kleine Funktionalität von den verschiedenen und unterschiedlichen alten Plattformen und Versionen zumindest auf dem Prüfstand und war - hoffentlich - auf irgendeiner Roadmap zwar notiert, aber doch nur mit irgendeiner vermeintlichen und ggf. nachrangigen Priorität versehen. Zudem könnte es in den verschiedenen Versionen verschiedene Besonderheiten gegeben haben, die woanders gar nicht oder nur anders oder gar gegensätzlich umgesetzt waren.

Zwar gab es ausgedehnte Testphasen mit Nutzern im Rahmen sog. Preview-Test und in einer sich anschließenden Beta-Testphase für wohl alle Versionen. Dort dürfte es zwar viel, angesichts der breiten und scheinbar höchst unterschiedlichen Nutzung von Evernote aber auch nur wenig einheitliches und auch kritisches Feedback gegeben haben. (Wenn das Feedback auch nur halb so unorganisiert und zum Teil undiszipliniert oder schlecht verständlich unterbreitet wurde, wie die Reaktionen im Evernote-Forum jetzt ausfallen, dann wird es schwer bis unmöglich gewesen sein, hier verlässlich alle Spreu vom Weizen zu trennen...).

Zu irgendeinem Zeitpunkt scheint sich das Evernote-Management entschieden zu haben, nicht weiter versuchen, die zumindest weitgehend laufstabilen Beta-Versionen so lange weiter- und fortzuentwickeln "bis alle Funktionen wieder einprogrammiert sind und jeder zufrieden" ist bzw. sein muss. Stattdessen wurde Evernote vermutlich im laufenden (Beta-) Stand so publiziert wie es war. Dies dürfte mit der Hoffnung verbunden gewesen sein, einen überschaubaren Rest von letzten größeren Fehlern schnell beheben zu können und dann - im laufenden Betrieb - zu schauen welche anfangs offensichtlichen fehlenden Funktionen als "zusätzliche" Funktionen tatsächlich von der Mehrheit der Nutzer benötigt werden und deswegen zu reimplementieren sein würden. (In diesem Sinne und dieser wohl dieser Strategie folgend hat Evernote in seinem Forum auch jeweils zwei Zweige für Diskussionen und Anforderungen für jede 10er Version angelegt: einmal für die Meldung und das Diskutieren von Problemen//Issues und einmal für "Request", als o Anforderungen für neue (oder alte) Funktionen, zu denen Stimmen/Votings gesammelt werden...)

Wenn also in den aktuellen 10er-Versionen Funktionalitäten fehlen, so bedeutet dies nicht das diese "entfernt" oder grundsätzlich "vergessen" wurden. Es ist eher so, dass einzelne (eher wohl viele...) Funktionalitäten (noch) nicht umgesetzt wurden und dass sich nun klärt und klären muss, ob und welche Funktionen schritt für Schritt neu programmiert und wieder integriert werden.

Wie die immer größer werdende Kritik im Forum zeigt, hat das Evernote-Management dabei scheinbar nicht erkannt oder unterschätzt, welche (fehlenden) Detailfunktionen für einen zumindest lautstarken Anteil der zahlenden (Premium-) Nutzer welche Bedeutung haben.

Seitens Evernote heißt/hieß es offiziell einfach, weil das "neue Evernote fertig und besser" ist.

Beigetragen haben dürfte, dass andere Plattformen von Mitkonkurrenten zuletzt - zumal in der Corona-Home-Office-Phase großen Zulauf hatten und Evernote, damit Gefahr lief, einen großen Teil seiner insgesamt wohl 250 Millionen Nutzer zu verlieren. Dies dürften ganz überwiegend zwar nur passiven, "schlafende" und nicht zahlende Nutzer der Basisversion sein. Gleichwohl handelt es sich bei diesen registrierten Accounts aber um das wichtigste wirtschaftliche Entwicklungspotenzial und -kapital für die wirtschaftliche Entwicklung von Evernote.

Ganz wichtig dürfte im Übrigen auch sein, dass Evernote als (long-time-) Startup wohl noch immer nicht profitabel ist und überwiegend allem Anschein nach immer noch primär durch Risiko-Kapital in den Händen einzelner weniger Venture-Kapitalgesellschaften liegt und von diesen finanziert wird. Da eben aus diesen Gesellschaften bestehende "Evernote-Board" hat Ian Small seinerzeit als CEO mit dem vermutlich klaren Auftrag installiert, Evernote endlich profitabel zu machen und das Potenzial der 250 Mio. Accounts zu erschließen. Hierfür könnte sich das Management im Ergebnis gezwungen gesehen haben, nach über 18 Monaten Entwicklungsstillstand endlich Vollzug zu melden, an die Öffentlichkeit zu gehen, ein rundum erneuertes Evernote zu verkünden und zu bewerben und so verlorene Aufmerksamkeit bei (wenig-) Nutzern zurückzugewinnen.


Welche Probleme und Fehler bestehen tatsächlich im Detail ?

Das ist von Plattform zu Plattform weitgehend verschieden. (und soll deswegen vorrangig bei Einzelthemen beschrieben und diskutiert sein...)

Die iOS-Version scheint inzwischen stabiler zu sein. Anfangsprobleme mit duplizierten Notizen sollten weitgehend behoben sein. Auch das Sortieren von Suchergebnissen war anfangs nicht möglich, geht aber inzwischen wieder. Größte Probleme bereiten hier wohl Offline-Notizbücher, die zu schwer und zu langsam einzurichten und zu befüllen sind, und vor allem eine scheinbar - noch - deutlich größere Beanspruchung von Speicher und Batteriekapazität. Auf mobilen Umgebungen ist das für die Akzeptanz eher sehr kritisch...

Bei den 10er Desktop-Versionen für Mac und Windows fehlen zahlreiche der dort über die Jahre scheinbar fast unzähligen Einzelfeatures. Das können - ohne Anspruch auf Vollständigkeit sein:
Manches davon soll wiederkommen, anderes nicht.
Was wann wiederkommt, ist allerdings leider auch nicht bekannt.


RE: Neue Evernote-Versionen (10.#) - Übergreifendes und Allgemeines - Grobi - 09.11.2020

Hallo Henning,

besten Dank für die Zusammenfassung und die ausführlichen Erläuterungen. Ich hatte der bisherigen Entwicklung mangels Zeit und Fachkenntnis nicht mehr richtig folgen können.
Allerdings muss ich sagen, dass bei meinen Mitarbeitern und mir Evernote in den verschiedenen Versionen sowohl auf Windows als auf iOS durchaus zufriedenstellend funktioniert, als Schulnote würde ich aktuell eine 3 bis 3- vergeben, Tendenz nach oben.
Gravierende Performance-Einbußen konnte ich bis jetzt auch nicht feststellen, und das bei einem Business-Account mit ca. 40 Notizbüchern und rund 16.000 Notizen, von denen nicht wenige auch gerne mal zwischen 50 und 200 MB groß sind (PDF-Anhänge).
Ich persönlich bin der Meinung, dass manche Änderungen nicht unbedingt schlecht, sondern eben ungewohnt sind. Insofern warte ich mit einer ordentlichen Portion Gelassenheit auf die weitere Entwicklung. Jedenfalls habe ich in meinen mittlerweile 4 Unternehmen noch viel vor mit Evernote.

VG Carsten


RE: Neue Evernote-Versionen (10.#) - Übergreifendes und Allgemeines - Henning - 10.11.2020

Hallo Carsten,

schön zu hören und zu lesen, dass Evernote in den verschiedenen Versionen auf Windows und iOS bei Dir und Deinen Mitarbeitern durchaus zufriedenstellend funktioniert.
(Auch die Note 3 bis 3- mit Tendenz nach oben finden ich für einen kompletten Neustart auf 4 von immerhin 5 Plattformen eigentlich gar nicht schlecht...)
Super und beruhigend ist auch, dass Du mit dem beschriebenen Setting und Umfang noch keine gravierenden Performance-Einbußen feststellen konntest.

Tatsächlich bin auch ich nicht der Meinung oder Überzeugung, dass das nicht prinzipiell der richtige Weg ist und dass alle oder die meisten Änderungen schlecht sind.

Wahrscheinlich hat sich beim Schreiben des Textes einfach meine Wahrnehmung und Darstellung dadurch etwas ins (ungewollt) Negative verschoben, dass die Postings und die Resonanz im Evernote-eigenen Forum in der Breite so unerbittlich und schlecht ist. Wie oben schon angerissen erscheint mir davon aber auch sehr viel Kritik zu pauschal, zu unfair, nicht durchdacht und wenig einsichtig, kompromissbereit oder konstruktiv und zukunftsorientiert. Zudem könnte es sein, dass der eine oder andere besonders kritische Teilnehmer in diesem Forum als (ab)werbendes UBoot unterwegs ist und weniger Interesse an Evernote-Verbesserungen, als vielmehr an Kritik und verdeckter Werbung für konkurrrierende Lösungen und Plattformen.

In der Tat gibt es zahlreiche und auch gut erkennbare Verbesserungen: Deswegen sehe ich bislang auch mit meinen immer seltener werdenden Sichtungen der Beiträge im Evernote-eigenen Forum (ich überfliege dort der Tendenz nach nur noch, ob es tatsächlich neue und essentielle Themen oder Probleme sowie Fortschritte gibt) der weiteren Entwicklung auch eher gelassen und vorsichtig optimistisch entgegen.
Und auch ich habe für mich noch einiges mit Evernote vor und beabsichtige nicht, die(se) Flinte vorzeitig ins Korn zu werfen.

Nur mit der Installation der 10er-Version auf meinem Desktop warte ich noch etwas. Denn auch wenn ich mehrere der hier und da als fehlend kritisierten Funktionen nicht nutze und mich um das meiste gut herumorganisieren könnte, weiß ich als halbwegs "Power-User" von schnellen Abläufen, Tastenbefehlen und Clicks um meine Ungeduld, was die Reaktionszeit von Systemen betrifft. Und auch wenn sich beim mir inzwischen der meiste Teil der Notizbearbeitung wegen des Editors auf die Web-Version verschoben hat, schätze ich die "alte" Evernote-Version trotz ihrer etwas altbackenen Anmutung (noch) für sehr schnelle Reaktion, reibungslose Funktion und Interaktion mit Scanner und Importordner und für die schnelle Bedienbarkeit mit umfassenden Shortcuts. Hier laufen bei derzeit mir (primär) nur Importworkflows und Arbeiten für komplexere Notiz(um)organisation.

VG Henning


RE: Neue Evernote-Versionen (10.#) - Übergreifendes und Allgemeines - Henning - 16.11.2020

Auf Heise.de wurde inzwischen ein Kommentar zum Evernote-Neustart veröffentlicht, der - vermutlich basierend Sichtung der kritischen und unaufhörlichen und z.T. empörten Reaktionen im Evernote-Forum im Ergebnis von einem bislang "enttäuschenden Umbau" spricht.
siehe: den Kommentar: "Evernote 10 hat einen enttäuschenden Umbau hingelegt" von Stefan Wischner vom 15.11.2020 (Kurzlink: https://heise.de/-4959224)

Im Ergebnis entsprechen die Einschätzungen - auch unter dem Eindruck des aufgeregten User-Forums - in weiten Teilen meiner obigen Beschreibung.

Was hier - genauso wie im Evernote-Forum - auffällt, ist dass sich die Diskussion und die Einschätzung primär an den sog. Power-Usern ausrichtet, die nicht müde werden, dem Forum beizutreten und dort immer wieder neu, lautstark und unverständig, dieselben Punkte am neuen Evernote anzuprangern.

In einem Interview mit dem EN-CEO Ian Small (ich glaube dem oben angegebenen bei Tom Solid) führte dieser aus, dass der Kreis sog. Power-User nur ca. 2% der Nutzer ausmache und dass EN sich bei der Neuentwicklung - erst einmal - auf die anderen 98 % und deren einfacheren (und weniger anspruchsvollen) Ansprüche konzentrieren musste. Ob und welche von den Power-User  geforderten Spezialfunktionen wiederkommen würden, hänge auch deswegen davon ab, welche Bedeutung und welchen Wert diese für alle, zumindest aber einen großen teil der Anwender hätten.

Dieses Argument hinkt ein wenig und ist auch etwas herablassend, weil diese 2% von ca. 250 Mio. "Usern" und / oder potentiellen zahlenden Kunden (der ganz überwiegende Teil wird noch kostenlose oder ruhende Basisversionen haben), immerhin ca. 5 Millionen zahlenden(!) Kunden(!!) und Premium-Usern entsprechen könnten. Aber ganz falsch ist es nicht: Bei genauerer Betrachtung geht es bei vielen Kritikpunkten um eine lästige, aber überschaubare Anzahl von Funktionen. Viele davon werden vermutlich nur in sehr speziellen, individuellen Workflows und wiederum nicht von allen genutzt. Einige Abläufe könnten sich sicher auch anders organisieren lassen.

Dem stehen auf der anderen Seite um die 200 Millionen potenziell zahlungsbereite Kunden gegenüber, die weit weniger anspruchsvolle Anforderungen an Evernote-Services haben könnten, die aber vermutlich tatsächlich auf vielen Plattformen unterwegs und zu bedienen sind. Damit kommen wir bei aller Kritik zu dem, was nicht geprüft und validiert ist: Wie stehen eben diese "einfachen" oder neuen User dem neuen Evernote gegenüber? Wenn ich mich nicht täusche, ist die Kritik dort gerade eben nicht spürbar, sondern es gibt eine eher positive Resonanz auf die neue und vereinheitlichte Oberfläche und auf den überarbeiteten Editor.

Bei dem im Heise-Artikel zitierten Feature-Gap, das an Entwicklungen bei OneNote erinnern soll, wo ähnliche Lücken wohl nie geschlossen wurden, kommt zu kurz, dass es schon den Eindruck macht, als arbeite Evernote hart und intensiv daran, das neue Evernote auch für seine kritische Nutzerschaft (weitestgehend) zufriedenstellend nutzbar zu machen. Wie bereits ausgeführt, gab und gibt es inzwischen wieder regelmäßige Updates. Diese konzentrieren sich - naturgemäß - zunächst noch vorrangig auf Fehlerbehebungen und eine Verbesserung der Grundperformance in Bezug auf Geschwindigkeit, Speicher- und Energieverbrauch. Allerdings gab es aber auch schon erste funktionale (und zweifellos überfällige) Erweiterungen wir die Sortierbarkeit der Suchergebnisse.

Deswegen würd ich eher davon ausgehen, dass einige / wichtige Features und Funktionen wiederkommen, aber vermutlich eben nicht alle...
Und was man nicht vergessen sollte, ist folgender gute und vermutlich zutreffender Hinweis in den Kommentaren zu diesem Heise-Artikel:
"... Produktfirmen lassen sich nicht durch das Geschrei einiger weniger ("Lautstärke der Proteste") in ihrer Produktentwicklung lenken, sondern nutzen Metriken, die sich aus der Nutzung einer repräsentativen Nutzergruppe ableiten. In der Regel sammelt die Software selbst die Metriken, welche Features wie oft genutzt werden - ähnlich wie Verlage bei ihren Webseiten nachverfolgen, wer was, wie lange liest. Und Entscheidungen wo in Entwicklung investiert wird und welche Features entpriorisiert werden, fallen dann auch auf Basis dieser Metriken. ..."
Auch ich würde annehmen (und will hoffen), dass Evernote solche "Metriken" vor der Herausgabe der neuen 10er Version als "sog. minimum viable product" Release auf Basis von Electron genutzt hat und nun austüftelt und aussortiert, welche der danach vermutlich auch faktisch nur von wenigen genutzten Funktionen tatsächlich und in welcher Priorität und zeitlichen Reihenfolg auch für das neue Evernote 10 nach- und neuentwickelt und wieder implementiert werden.


RE: Neue Evernote-Versionen (10.#) - Übergreifendes und Allgemeines - Albert - 03.12.2020

Danke für diese super Zusammenfassung. Ich habe auch alles verfolgt - aber weder alles notiert (trotz Evernote ;-)) noch könnte ich es so gut beschreiben.

Bei aller Zuversicht was die Funktionalität der neue Oberfläche anbelangt: Glaubst du/glaubt ihr, dass die Performance der Bedienung jemals wieder an die der reinen Windows- oder MAC-Versionen herankommen wird?

Auch die Tatsache, dass die Daten im Moment noch nicht vollständig auf dem lokalen Rechner abgelegt werden, stimmt mich bedenklich: Ich habe eine wirklich gute Internet-Anbindung, empfinde das dauernde Nachladen der Notizinhalte (viele Attachments, PDFs) aber als nervtötend langsam. Was passiert, wenn die Anbindung mal stockt oder gar ganz weg ist?


RE: Neue Evernote-Versionen (10.#) - Übergreifendes und Allgemeines - Henning - 03.12.2020

Im Moment ist tatsächlich schwer einzuschätzen, ob die Performance der Bedienung jemals wieder an die der reinen Windows- oder MAC-Versionen herankommen wird.

Was den Funktionsumfang und die Usability betrifft bin ich zwar sehr zuversichtlich: In vielen Updates mit zum Teil vergleichsweise kurzen Abständen wurden und werden echte Fehler behoben. Zugleich werden Stück für Stück Funktionen (Re-) implementiert, die fehlten, hilfreich sind oder schon lange gewünscht waren (aktuell: Dark-Mode, Notizenzähler auch in der Web-Version, zusätzliches URL-Feld zum direktzugriff usw.). Auch Optimierungen an Abläufen und Suche werden integriert. Und - daran glaube ich wirklich - es ist zu erwarten, dass bald tatsächlich ganz neue andere Funktionen dazu kommen, die es im alten Evernote nicht gab. Das kann manches ausgleichen.

Wo ich - derzeit noch - eher skeptisch bin sind Geschwindigkeit und Ressourcenbedarf (wobei letzteres auf einem großen Rechner weniger Bedeutung hat). Das für systemübergreifende Funktion und Pflegbarkeit eingesetzte electron-Konzept bremst EN zur Zeit noch sehr aus. Ob es Evernote gelingt hier alles auszureizen, was geht, um das System gleichwohl halbwegs schnell zu machen, weiß ich noch nicht. (Auch nicht, ob das für Evernote so ein Thema ist wie für den einen oder anderen und vielleicht auch viele Nutzer).

Das Thema Datenhoheit und Datenzugriff ist eine andere Gretchen- und Glaubensfrage: Wie viele andere auch setzt EN spätestens seit der Version 10 darauf, dass die Kern-Referenz-und Stammdaten auf den eigenen Servern im Internet liegen. Das macht die eine verlässliche Synchronisierung zu verschiedenen Devices auch einfacher, jedenfalls solange es stabile und schnelle Leitungen gibt. Auch bei der Datensicherung hätte ich da weniger Sorgen als bei mir zuhause (ich bin da etwas nachlässig..)
Anders als bei den bisherigen Windows- oder Mac-Versionen hat jedenfalls für EN mit der Konzentration auf die besser beherrschbaren Server die Möglichkeit und Bedeutung vollständiger lokaler Datenbanken und -bearbeitung abgenommen. Vermutlich ist es auch deswegen schwieriger Notizbuchkopien auf mobile devices wie zB iphone und ipad herunterzuladen. Auch bei Windows- oder Mac-Rechnern gibt es aber keine grundsätzlich vollständigen Festplattenkopien der eigenen daten mehr (perspektivisch vermutlich eher nur Notizbuchdownloads wie bei Android und iOS). Dass Evernote diesen Philosophiewechsel ändert oder aufgibt, kann ich zur Zeit noch nicht erkennen und glauben.

Auch dies macht die Anwendung - zumindest vorerst - sicher nervtötend langsam.
Aber wir sind ja noch in der Anfangsphase (und ich bin, weil mich so etwas kolossal nerven würde, auf meinem Windows-PC immer noch mit der alten Version unterwegs... ;-)
Und wenn die Festnetzleitung tatsächlich einmal ausfallen sollte, kann ich zur Not immer noch mit ipad oder Smartphone über mobile Daten auf mein EN auf dem www-server zugreifen...


RE: Neue Evernote-Versionen (10.#) - Übergreifendes und Allgemeines - HaraldM - 07.12.2020

Hallo Zusammen,

ich nutze Evernote nun schon seit einigen Jahren, auch unter Windows. Aktuell mit der neuesten (ß) Version. Es wundert mich hier zu lesen, dass es unerträglich langsam sein soll. Persönlich kann ich nicht bestätigen, dass Evernote mit den neuen 10.x Versionen unter Windows langsamer geworden wäre. So wie ich es nutze (!) finde ich die Geschwindigkeit völlig in Ordnung.

VG,
Harald


RE: Neue Evernote-Versionen (10.#) - Übergreifendes und Allgemeines - Henning - 10.12.2020

Na ja, wahrscheinlich hängen Geschwindigkeit und die subjektive Zufriedenheit immer von den verschiedensten Faktoren ab.

Tatsächlich scheint Evernote im web, auf ipads und iphones unter iOS, auf Windows-Rechnern und Mac-Rechnern unterschiedlich gut zu laufen, z.T. sogar unterschiedlich je nachdem wie alt das Gerät und das Betriebssystem und wie groß der Arbeitsspeicher ist.
In der neuen Version liegt das meiste im Netz auf Servern und muss deswegen ständig nachgeladen werden. Auch das geht nur dann schnell, wenn die eigene Leitung und Verbindung gut ist.
Subjektiv und spezifisch ist auch das Nutzerverhalten. Manch einer ist sehr schnell mit Tippen, Klicken und Wischen oder nutzt die Multiselect-Funktionen in Windows oder auf dem Mac. Da kann sich jede Verzögerung wie eine Ewigkeit anfühlen.

Bei mir ist das neue EN nur auf dem ipad fest installiert. Dort reagiert die Anwendung tatsächlich spürbar langsamer als zuvor und ist an manchen Stellen in der Benutzerführung noch etwas umständlich. Lästig langsam ist der Start der App. Auch wenn man dort zwischen Apps wechselt, geht Evernote rasend schnell in den Schlafmodus, so dass der Fokus in der Notiz neu gesucht werden muss.
Das kann sich aber noch bessern, wenn EN an der Performance bastelt.
Ansonsten läuft es ganz ordentlich. Und der Editor ist wesentlich besser.

Unterwegs und im Büro nutze ich die meiste Zeit die Webversion (insb. wg. des Editors, der inzwischen schnelles Formatieren und Strukturieren mit Markdown-Codes ermöglicht). Bei guter Verbindung läuft auch das tatsächlich ganz verläßlich und flott.


RE: Neue Evernote-Versionen (10.#) - Übergreifendes und Allgemeines - dribbdebach - 11.12.2020

Hallo Zusammen,

nachdem die Verunsicherung über die neue Evernote-Version groß ist, im offiziellen Forum aber in erster Linie nur hysterische Endzeitstimmung, bzw. "ich-will-nix-Neues"-Beiträge zufinden sind, frage ich mal hier.

Für mich ist es wesentlich, dass ich meine sämtlichen Inhalte auch offline (Notebook mit Windows) zur Verfügung habe, da ich diese manchmal auch brauche, wenn mir kein Netz zur Verfügung steht. In der alten Version war dies ja kein Problem, da dort die lokale Datenbank maßgeblich ist.
Zur neuen Version konnte ich bisher nur in Erfahrung bringen, dass es keine lokalen Notizbücher mehr gibt, (also solche die nichtsynchronisiert werden) und dass eine offline-Nutzung möglich ist, wenn ich in der Anwendung bei meinem Konto angemeldet bin, bevor die Verbindung getrennt wird.
Heißt das, ich kann wie bisher den Rechner ohne Internetverbindung hochfahren und habe Zugang zu sämtlichen Daten oder brauche ich eine Internetverbindung um mich anzumelden? Habe ich meine (lokalen) Daten alle zur Verfügung oder muss ich hoffen, was noch im Cache ist? Auf evtl. noch nicht über die Cloud synchronisierte Daten von anderen Geräten kann ich dabei verzichten.

Da es mir ehrlich gesagt etwas zu aufwendig und riskant ist, die neue Version zu installieren, um dann zu sehen was passiert, wäre es schön wenn mir jemand weiterhelfen könnte.

Viele Grüße
Dribbdebach


RE: Neue Evernote-Versionen (10.#) - Übergreifendes und Allgemeines - Henning - 11.12.2020

Hi und Willkommen Diddebach,

was das Original-Forum betrifft hast Du den Stand und die Diskussion (ebenso wie die in weiten Teilen zu negative und zu kritische / nicht faire Stimmung) eigentlich perfekt zusammengefasst.

Wie von Dir gefragt, gehe ich davon aus, dass man den Rechner - wenn man vorher angemeldet war - ohne Internetverbindung hochfahren können müsste und auch Internetverbindung Zugang zu allen lokal gespeicherten Daten haben soll.
Dies dürften dann aber - anders als in den Legacy-Versionen - nicht "sämtliche Daten" sein, sondern nur die, die - wie auf Smartphones oder tablets/ipads -  inNotizbüchern liegen, die vorher explizit (und einzeln) für offline-Nutzung aktiviert und heruntergeladen wurden.

Ich habe im Orig.-EN-Forum gelesen, dass deswegen empfohlen wird, alle oder viele Notizbücher offline verfügbar zu machen.
Ausprobiert mit Laptop oder Festplatzrechner habe ich das allerdings auch noch nicht...

Vielleicht ist jemand anderes hier schon weiter?!?

VG, Henning